Gewichtsverlust bei Krebs

Gewichtsverlust mit Krebs: So kann Ihre Ernährung unterstützen

So kann Ernährung Ihren Körper mit Gewichtsverlust bei Krebs unterstützen

Bei einer Krebserkrankung erleben viele Betroffene bereits früh im Krankheitsverlauf eine spürbare Gewichtsabnahme. Doch warum tritt ungewollter Gewichtsverlust bei Krebs auf? Ursachen können beispielsweise Übelkeit oder auch Geschmacksveränderung durch eine Chemotherapie sein: die Folge Appetitlosigkeit. Mangelernährung kann nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch den Erfolg der Krebstherapie gefährden. Eine gezielte, bedarfsgerechte Ernährung kann daher essenziell sein, um dem Körper neue Kraft zu geben.

 

► Ursachen

► Folgen

► Gegenmaßnahmen

► Häufige Fragen

 


Warum nimmt man bei Krebs ab? Gründe für den Gewichtsverlust

Trotz einer unveränderten Ernährung kann es bei Krebs zu einer Gewichtsabnahme kommen. Die Gründe für einen ungewollten Gewichtsverlust können vielfältig sein. Meist spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.


Veränderter Stoffwechsel durch den Tumor (Tumorkachexie)

Eine der häufigsten Ursachen für ungewollten Gewichtsverlust bei Krebs kann die sogenannte Tumorkachexie sein. Dabei handelt es sich um eine durch den Krebs verursachte Veränderung des Stoffwechsels.

Sie wird durch entzündliche Prozesse ausgelöst, die vom Tumor ausgehen. Diese beeinflussen den Energiehaushalt und führen zu einem höheren Energieverbrauch des Körpers sowie zu einem fortschreitenden Abbau von Fett- und Muskelmasse. Gleichzeitig bleiben aber der Appetit und das Hungergefühl aus. Das kann zu ausgeprägter Schwäche, Müdigkeit und einem Verlust an körperlicher Belastbarkeit führen.


Weitere Ursachen für Gewichtsabnahme bei Krebs

Neben dem veränderten Stoffwechsel durch den Tumor, spielen zahlreiche weitere Faktoren, die im Zusammenhang mit der Erkrankung oder auch mit der Behandlung stehen können, eine Rolle für die Gewichtsabnahme. Hierzu zählen:

Als Folge der Krebserkrankung selbst oder durch die Nebenwirkung der Therapie, wie zum Beispiel Chemotherapie oder durch Schmerzmittel, verspüren Patienten oft keinen Hunger. Auch die hohe psychische Belastung von Betroffenen kann zur Appetitlosigkeit führen.

Vor allem Chemotherapien können dazu führen, dass Speisen anders riechen oder unangenehm schmecken (beispielsweise metallisch oder bitter). Oft schmecken Patienten dann sogar vertraute Lieblingsgerichte nicht mehr.

Im Rahmen einer Chemotherapie oder Bestrahlung treten häufig Übelkeit oder Erbrechen auf. Die Beschwerden beeinträchtigen die regelmäßige und ausreichende Nahrungsaufnahme erheblich.

Vor allem nach einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder bei bestimmten Medikamenten reduziert sich die Speichelproduktion. Die Trockenheit im Mund erschwert das Kauen und Schlucken.

Eine häufige Nebenwirkung von Chemotherapien ist, dass die Mundschleimhaut oder das Zahnfleisch schmerzhaft gereizt oder geschädigt wird, was das Essen deutlich erschwert.

Durch ein geschwächtes Immunsystem, oft infolge der Krebstherapie, können sich Pilze wie Candida albicans (Hefepilz) ausbreiten. Das führt zu einem veränderten Geschmackssinn oder auch zu Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme.

Tumore im Hals- oder Speiseröhrenbereich, aber auch operative Eingriffe oder eine Bestrahlung können Schluckbeschwerden zur Folge haben. 

 

Durch bestimmte Medikamente und als Nebenwirkung der Therapie oder eine geringere Flüssigkeitsaufnahme kann auch Verstopfung ausgelöst werden. Diese kann ein anhaltendes Völlegefühl, Schmerzen und Unwohlsein verursachen, wodurch der Appetit sinkt und Betroffene häufig weniger essen. 

Eine häufige Nebenwirkung von Bestrahlungen oder Chemotherapien ist Durchfall. Er schwächt den Körper zusätzlich und beeinträchtigt die Nährstoffaufnahme.

Viele Patienten kämpfen mit Ängsten, Niedergeschlagenheit oder einem Gefühl der Überforderung. Das kann den Appetit und die Nahrungsaufnahme stark mindern.

 



Folgen von ungewolltem Gewichtsverlust bei Krebs

Ein unbehandelter Gewichtsverlust bei Krebs bleibt nicht folgenlos – er schwächt den gesamten Organismus und erschwert den weiteren Krankheitsverlauf. Besonders kritisch sind:

Durch die verminderte Aufnahme von Nährstoffen können körpereigene Abwehrmechanismen nicht mehr richtig arbeiten. Das Infektionsrisiko steigt.

 

Müdigkeit und Erschöpfungen (Fatique) schränken die Lebensqualität erheblich ein und erschweren die Teilnahme am Alltag und an der Therapie.

Untergewichtige oder mangelernährte Patienten reagieren empfindlicher auf eine Chemo- oder Strahlentherapie. Nebenwirkungen können häufiger und teils stärker auftreten.

Die Heilung nach Operationen oder medizinischen Eingriffen verläuft oft langsamer. Patienten können dadurch anfälliger für Komplikationen sein.

Der Körper braucht durch eine Mangelernährung mehr Zeit, um sich zu erholen – auch nach erfolgreicher Krebstherapie. Frühzeitige Unterstützung kann helfen, den Heilungsprozess zu beschleunigen.



Gewichtsverlust bei Krebs stoppen: Das können Sie tun

 

Eine abgestimmte Ernährung bei Krebs ist entscheidend, um einem ungewollten Gewichtsverlust entgegenzuwirken. Eine hochkalorische Ernährung sowie eine ernährungsmedizinische Betreuung können hier eine wertvolle Unterstützung sein.

Smiling millennial generation bald after chemotherapy woman talking with professional female oncologist, listening to effective disease treatment results, consulting about cancer at checkup meeting.


Hochkalorische Ernährung

Hochkalorische und proteinreiche Trinknahrungen können eine sinnvolle Ergänzung sein, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Krebspatienten profitieren unter anderem von:

  • erhöhter Energiezufuhr in kleinem Volumen
  • Eiweiß zur Untersützung von Muskulatur und Immunsystem 
  • der ausreichenden Zufuhr lebensnotwendiger Nährstoffe
  • einer einfachen Anwendung, auch bei Schluckbeschwerden oder Appetitlosigkeit

Fresubin® Trinknahrungen sind speziell für Menschen mit krankheitsbedingter Mangelernährung entwickelt. Diese Produkte eignen sich besonders:





Testen Sie jetzt kostenlos Fresubin® Produkte!




Trinknahrungen lassen sich flexibel in den Alltag integrieren – als Zwischenmahlzeit oder am Abend. Besonders angenehm: Sie sind trinkfertig und leicht verdaulich.

Trinknahrung kann zudem vielseitig in die tägliche Ernährung integriert werden, beispielsweise als Bestandteil von Desserts oder Getränken. Eine ansprechende Zubereitung sowie eine angenehme Essumgebung können dazu beitragen, die Nahrungsaufnahme zu erleichtern und den Appetit zu fördern.

Rezeptvorschläge mit Fresubin® Trinknahrungen

Für diese Rezepte wird beispielsweise Fresubin 2 KCAL Drink verwendet: 





Ernährungsmedizinische Betreuung

Gerade bei Krebspatienten ist es wichtig, dass Ernährung auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt wird. Eine professionelle ernährungsmedizinische Beratung – durch Onkologen oder spezialisierte Ernährungstherapeuten/ Diätassistenten – kann helfen, einen realistischen und gut umsetzbaren Plan zu entwickeln. Ziele sind unter anderem:

  • Eine kalorien- und eiweißreiche Ernährung, angepasst an den Bedarf
  • Kleine, häufige Mahlzeiten, die den Verdauungstrakt weniger belasten
  • Anpassung an individuelle Beschwerden wie Übelkeit, Schluckstörungen oder Mundtrockenheit

Wichtig: Vergessen Sie dabei nicht: Auch kleine Schritte zählen. Schon eine regelmäßige, gezielte Unterstützung kann dazu beitragen, das Gewicht stabil zu halten und so Kraft für den weiteren Therapieverlauf zu gewinnen.





Häufige Fragen zum Thema Gewichtsverlust bei Krebs


Krebserkrankungen verändern den Stoffwechsel und können mitunter zu Appetitlosigkeit führen. Auch Therapien wie eine Chemotherapie tragen zum ungewollten Gewichtsverlust bei Krebs bei, weil sie beispielsweise zu Geschmacksveränderungen oder Übelkeit führen können.

Ein starker Gewichtsverlust bei Krebs schwächt das Immunsystem, führt zu einem Verlust an Muskelmasse und verschlechtert so den Allgemeinzustand und kann die Verträglichkeit der Krebstherapie senken. Komplikationen und eine verzögerte Heilung sind mögliche Folgen.

Eine Ernährung mit hochkalorischer Trinknahrung sowie eine ernährungsmedizinische Betreuung können helfen, den Gewichtsverlust bei Krebs zu reduzieren oder gar zu stoppen. Eine individuell angepasste Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Gewichtsverlust kann bei vielen Krebsarten auftreten, besonders häufig bei Tumoren des Verdauungstrakts, der Lunge oder im fortgeschrittenen Stadium anderer Arten von Krebs.

Das ist individuell verschieden. Bei manchen Betroffenen von Krebs kann es innerhalb weniger Wochen zu erheblichem Gewichtsverlust kommen, vor allem bei Tumorkachexie

Gewichtsverlust kann bei Krebs zu jedem Zeitpunkt auftreten, ist aber im fortgeschrittenen Stadium besonders häufig und ausgeprägt. Im Endstadium ist der Gewichtsverlust oft besonders stark und Teil eines komplexen Krankheitsbildes wie der Tumorkachexie.

Wenn der Gewichtsverlust bei Krebs ungewollt ist, länger anhält oder mit Appetitlosigkeit und Kraftlosigkeit einhergeht, sollte ernährungsmedizinisch oder ärztlich gegengesteuert werden.

Viele Betroffene berichten von Appetitlosigkeit, Geschmackveränderungen und Erschöpfung. Erfahrungen zeigen: Frühzeitige Ernährungstherapie und hochkalorische Trinknahrung können helfen, den Gewichtsverlust bei Krebs zu stoppen.



Quellen:

1. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Klinische Ernährung in der Onkologie, Langversion 1.0, 2026, AWMF-Registernummer: 073 - 006OL, Leitlinienprogramm Onkologie: Klinische Ernährung in der Onkologie; Zugriff am 20.05.2026

2. Arends J, Bertz H, Bischoff SC et al. Klinische Ernährung in der Onkologie. Aktuel Ernahrungsmed. 2015;40:e1–e74. 058 1..74

3. Arends J, Strasser F, Gonella S et al. Cancer cachexia in adult patients: ESMO Clinical Practice Guidelines(☆). ESMO Open. 2021;6:100092. Cancer cachexia in adult patients: ESMO Clinical Practice Guidelines☆ - ESMO Open

[das vierte Zitat = 2.]

4. Li W, Yang Y, Li Z, Chen W. Effect of malnutrition and nutritional support to reduce infections in elderly hospitalized patients with cancer: A multicenter survey in China. Nutrition. 2023;106:111894.

5. Website der Deutschen Krebshilfe: Fatigue (Chronische Müdigkeit bei Krebs) | Deutsche Krebshilfe

6. Habibi S, Talebi S, Khosravinia D, Mohammadi H. Oral nutritional supplementation in cancer patients: A systematic review and dose-response meta-analysis. Clin Nutr. 2025;47:28–39. Oral nutritional supplementation in cancer patients: A systematic review and dose–response meta-analysis - Clinical Nutrition