Anzeichen und Symptome

Anzeichen

 und Symptome

Erste Anzeichen von Mangelernährung erkennen

Mangelernährung ist oft ein schleichender Prozess. Oft bemerken wir eine unzureichende Ernährung erst, wenn die Kleidung plötzlich zu weit ist oder der Gürtel die Hosen nicht mehr richtig hält. Doch auch Müdigkeit, starke Erschöpfung und Teilnahmslosigkeit können Anzeichen von Nährstoffmangel sein.

Kennen Sie Ihren Ernährungszustand?

Wenn es uns gut geht, ist uns nicht bewusst, dass das Risiko einer Mangelernährung bestehen könnte. Wenn Sie Veränderungen an sich oder an den Menschen in Ihrem Umfeld wahrnehmen, die auf den Mangel an wichtigen Nährstoffen hinweisen, sollten Sie diese nicht ignorieren. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie für eine Mangelernährung gefährdet sind, können Sie Ihr persönliches Risiko hier testen.

Für wen besteht ein erhöhtes Risiko?

  • Menschen über 65 Jahre, die alleine oder in Pflegeheimen leben
  • Erwachsene nach einem Schlaganfall
  • Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson
  • Menschen, die an Krebs leiden oder wegen einer Krebserkrankung behandelt werden
  • Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), chronische Atemwegserkrankungen (z. B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und chronische Herzinsuffizienz
  • Menschen, die an Kau- oder Schluckstörungen, Appetitlosigkeit oder veränderten Geschmacksempfinden leiden
  • Menschen mit starken psychischen Belastungen oder Depression
  • Menschen die viele Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen

Warnzeichen für Mangelernährung

  • Ungewollte Gewichtsabnahme in den vergangenen 3-6 Monaten
  • Energie- und Kraftlosigkeit
  • Anhaltender Erschöpfungszustand
  • Niedergeschlagenheit
  • Zunahme an Krankheiten oder Infektionen

Bei einer Kost, die unseren Nährstoffbedarf nicht deckt, besteht das Risiko einer Mangelernährung. Auch in den Industrienationen können Mangelernährung und Nährstoffmangel vorkommen.

Wussten Sie eigentlich...

Allein in Deutschland gibt es etwa 1,5 Millionen Erwachsene mit einer Mangelernährung. Betroffen sind vor allem ältere und chronisch kranke Menschen.

Der Einfluss der Ernährung Ermitteln Sie Ihren Ernährungszustand JETZT im Ernährungs-Check!

Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung

Eiweiß

Eiweiß (Protein) ist ein wichtiger Nährstoff für den Körper. Wir benötigen Protein für das Wachstum, die Entwicklung und den Erhalt unserer Muskulatur sowie anderer Zellen und Organe im Körper. Deshalb hat ein ernährungsbedingter Eiweißmangel weitreichende Auswirkungen auf viele Organsysteme.

Wenn unsere Muskulatur abbaut, nimmt unsere Kraft und Leistungsfähigkeit ab. Eine Folge von Gewichtsabnahme und Muskelabbau ist ein allgemeines Gefühl von Schwäche. Eine Unterversorgung mit Eiweiß kann auch häufigere Infektionen aufgrund geringerer Abwehrkräfte zur Folge haben. Wir brauchen auch länger, um von einer Erkrankung zu genesen. Eine Unterversorgung mit Eiweiß kann die Wundheilung beeinträchtigen oder das Risiko für Komplikationen nach einer Operation erhöhen.

Sowohl ältere Menschen als auch Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Krebs benötigen mehr Eiweiß als gesunde Erwachsene. Deshalb sollten eiweißreiche Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Energie

Unser Körper benötigt Energie, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Der Energiegehalt wird üblicherweise in Kilokalorien (kcal) angegeben. Der Energiebedarf ist individuell und hängt z. B. vom Gewicht und dem Ausmaß der körperlichen Aktivität ab. Durch Erkrankungen kann sich der Energiebedarf zusätzlich erhöhen, z. B. bei Krebs.

Eine ausreichende Energiezufuhr ist entscheidend, um Kraft und Ausdauer aufrechtzuerhalten.

Flüssigkeitszufuhr

Unser Körper besteht zu etwa 50 - 60 % aus Wasser. Wir verlieren ständig Flüssigkeit über die Haut, beim Atmen und mit dem Urin. Diese Flüssigkeitsverluste müssen ausgeglichen werden, damit wir nicht dehydrieren. Erwachsene sollten jeden Tag rund 1,5 Liter trinken. In manchen Situationen kann der Bedarf jedoch nach oben oder unten abweichen.

Kohlenhydrate & Fette

Kohlenhydrate und Fette liefern die Energie für unsere täglichen Aktivitäten. Wenn eine Mangelernährung vorliegt, gilt der Grundsatz sich sowohl gesund als auch energie- und nährstoffreich zu ernähren. Neben eiweißreichen Lebensmitteln sind deshalb Obst, Gemüse, Getreideprodukte (z. B. Vollkornbrot, Haferflocken, Nudeln, Reis) und hochwertige Pflanzenöle (z. B. Rapsöl, Olivenöl, Leinöl, Walnussöl) wichtige Bestandteile der täglichen Kost.

Vitamine, Mineralstoffe & Spurenelemente

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtige Nährstoffe. Sie bewahren unter anderem die Stabilität unserer Knochen (Kalzium und Vitamin D), stellen die Muskelfunktion sicher (Magnesium, Kalium und Vitamin D) oder sorgen für den Transport von Sauerstoff im Blut (Eisen).

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