KAu- und Schluckstörungen

Schluckbeschwerden

Sie verschlucken sich häufig und haben oft das Gefühl, dass Nahrung im Hals stecken bleibt? Dies fühlt sich dann häufig wie ein Kloß im Hals an. Ihre Stimme ist nach dem Essen oft belegt oder Sie müssen sich ständig räuspern und wissen keine Erklärung dafür? Schluckbeschwerden können sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Manchmal ist auch gar nicht klar, dass es sich überhaupt um Schluckbeschwerden handelt.

Die Zeichen einer Schluckstörung (Dysphagie) sind nicht immer ganz offensichtlich. Bei 40 bis 60 Prozent der Patienten fehlen die Symptome oder sie sind untypisch wie eine belegte Stimme, häufiges Räuspern und Husten, zahlreiche Atemwegsinfekte oder Erstickungsanfälle.

Sie können selbst viel für sich tun. Aktiv werden und handeln – das bedeutet für Sie, Ihre Ernährung an Ihre Kau- oder Schluckbeschwerden anzupassen und damit die Angst vor dem Essen und Trinken zu verlieren. So können Sie Ernährungsdefizite verhindern und für eine ausreichende Trinkmenge sorgen. Das beugt einer ungewollten Gewichtsabnahme vor.

Mit Ihren Schluckbeschwerden sind Sie nicht allein. Jeder fünfte über 55-jährige hat mit Schluckstörungen zu tun. Und das Risiko steigt mit dem Alter: Etwa vier von zehn älteren Menschen ab etwa 70 Jahren mit alterstypischen Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen) haben Schluckbeschwerden. Jeder Zweite, der einen Schlaganfall erlitten hat, muss zu Beginn mit Schluckstörungen rechnen. Im weiteren Verlauf ist noch jeder vierte Schlaganfallpatient davon betroffen. Ganz typisch für Schluckbeschwerden ist auch die Erkrankung Morbus Parkinson: Jeder zweite Parkinson-Patient hat damit zu tun.

Es gibt noch weitere Erkrankungen, die zu Schluckbeschwerden führen können. Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine Erkrankung, bei der etwa die Hälfte der Patienten schwer oder gar nicht schlucken können. Bei einem Schädel-Hirn-Trauma sind in der Frühphase sieben von zehn Patienten davon betroffen. Jeder vierte Hirn-Tumorpatient muss mit Schluckbeschwerden rechnen. Mehr als 15 Prozent der Querschnittsgelähmten hat auch Schluckstörungen. Beinahe jeder zweite Patient (45 %) mit einer Demenz ist ebenso betroffen. Eher selten treten Schluckbeschwerden bei multipler Sklerose (MS) auf.

 

Wie kommt es zu Schluckbeschwerden?

Schlucken wird im Gehirn koordiniert. Am Schluckvorgang sind bis zu 25 Muskelpaare beteiligt – eine schwierige und störanfällige Angelegenheit. Häufig ist bei einer Schluckstörung die Steuerung durch die Nerven gestört, z. B. nach einem Schlaganfall, infolge einer degenerativen Erkrankung, durch Traumen oder Tumoren in entsprechenden Hirnarealen. Experten sprechen von einer neurogenen Dysphagie. Seltener sind Entzündungen, Traumen oder Tumoren im Bereich der Schluckorgane (Mund bis Speiseröhre) für die Schluckstörung verantwortlich. Manchmal können auch seelisch bedingte Störungen Ursache der Schluckbeschwerden sein.

Folgen von Schluckbeschwerden

Die frühzeitige Behandlung der Schluckbeschwerden ist deshalb so wichtig, weil die Beschwerden zu einer verminderten Flüssigkeitszufuhr und Nahrungsaufnahme führen können. Dehydratation, Nährstoffdefizite und Gewichtsverlust wären die Folgen. Eine gefürchtete Komplikation einer Schluckstörung ist außerdem das Verschlucken von Speisestücken, Flüssigkeit oder Speichel (Aspiration) mit einer nachfolgenden Lungenentzündung.

So beeinflussen Schluckbeschwerden und der eigene Ernährungsstatus sich gegenseitig

Schlucken ist eine Sache, die der Körper ganz automatisch ablaufen lässt – täglich bis zu 2.000 Mal. Das Schlucken läuft meist unbewusst ab und wird gar nicht wahrgenommen, obwohl es sich dabei um einen sehr komplexen Vorgang handelt. Dieser läuft in vier exakt aufeinander abgestimmten Phasen ab: Zuerst wird die Nahrung zerkleinert und langsam in den Rachen transportiert. Die Zunge löst dann den Schluckreflex aus. Bevor der Speisebrei durch den Rachen transportiert wird, schließt der Kehldeckel die Luftröhre. Durch diesen Verschlussmechanismus gelangt die Nahrung in die Speiseröhre für den weiteren Transport, und ein Fehlleiten von Speisestücken oder Flüssigkeit in die Luftröhre wird verhindert.
Wenn Sie alle Nährstoffe in einer ausreichenden Menge aufnehmen, stärkt das Ihre Muskulatur, und Ihre Schluckbeschwerden bessern sich. Andersherum ist es auch so, dass Sie sich besser mit Nährstoffen versorgen können, je mehr sich Ihre Schluckbeschwerden verbessern. Es gibt also einen starken Zusammenhang zwischen der Nährstoffversorgung, besonders mit Energie und Eiweiß, und Schluckbeschwerden. Mit der Ernährungstherapie können Nährstoffdefizite ausgeglichen werden – eine Voraussetzung für eine gute Schlucktherapie.

Wie kann ich eine Schluckstörung erkennen?

Eine Schluckstörung ist nicht immer eindeutig erkennbar. Indirekte Anzeichen können ein Gewichtsverlust und Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sein. Häufige Bronchitis, plötzliches Fieber und Lungenentzündungen deuten auch darauf hin. Ganz typisch ist es, wenn Sie nach dem Essen oft husten müssen oder sich beim Trinken leicht verschlucken. Wenn Sie Probleme mit der Tabletteneinnahme haben, ist das auch ein Hinweis. Schwierigkeiten mit faseriger oder krümeliger Nahrung, Probleme beim Kauen und Mundtrockenheit sind ebenso ein Zeichen. Bleibt Ihnen Nahrung oft am Gaumen kleben? Verspüren Sie ein Kloßgefühl im Hals? Auch das sind typische Anzeichen. Wenn Sie sich oft auf Zunge oder Wange beißen oder Speisereste in der Wange verbleiben, kann das auf Schluckstörungen hindeuten. Selbst wenn Ihnen nur wenige dieser Symptome auffallen, kann dies bereits ein Hinweis auf eine Schluckstörung sein.

 

Ernährungsempfehlungen bei Schluckbeschwerden

Für den Erfolg einer Schlucktherapie ist der Ernährungszustand wichtig. Wollen Sie Ihre Chancen auf besseres Kauen und Schlucken erhöhen? Gerade bei Kau- und Schluckbeschwerden ist die Ernährungstherapie ganz wichtig, weil kleine Veränderungen viel bewirken können: So kann allein die Veränderung der Textur sehr hilfreich sein. Meist können bei Schluckstörungen feste, krümelige oder klebrige Speisen schlecht geschluckt werden. Auch Flüssigkeiten und gemischte Konsistenzen können Probleme bereiten. Deswegen wird oft empfohlen, die Nahrung zu pürieren. Verkleinern Sie die Mengen, die Sie schlucken, und essen Sie mit einem Teelöffel. Säuerliche Speisen regen den Speichelfluss an und sind deshalb besonders gut geeignet. Weitere Anregungen finden Sie weiter unten in der Rubrik " Hilfreiche Tipps für den Alltag mit einer Schluckstörung".
Bei Kau- und Schluckbeschwerden ist es ganz wichtig, auf eine ausreichende Eiweiß- und Energieversorgung zu achten. Zudem sollten Sie unbedingt genügend trinken.
Die Ernährungstherapie basiert immer auf einer Beratung. Gerade zu Beginn und bei einer schweren Schluckstörung – wenn Sie nicht genug oder nicht sicher genug essen können – kann die frühzeitige Sondennahrung sehr hilfreich sein. Die Sondenernährung versorgt Sie in dieser Zeit sicher mit Energie, allen wichtigen Nährstoffen und Flüssigkeit. Sie können sich dann in Ruhe und ohne den Druck, ausreichend Nahrung aufnehmen zu müssen, dem Schlucktraining widmen.

Eine gute Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen ist auch wichtig, wenn Sie sich oral ernähren können. Dabei sollten Sie am Anfang auf homogene und gleitfähige Speisen achten. Vermeiden Sie Klebriges, Bröseliges, Faseriges und mischen Sie möglichst keine Konsistenzen . Ergänzen Sie Ihren Speiseplan mit Trinknahrung. Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe, die Sie brauchen, und ist in vielen Geschmacksrichtungen erhältlich. Unsere Fresubin Trinknahrung finden Sie hier. Suchen Sie sich einen ruhigen Essplatz und sitzen Sie aufrecht. Nehmen Sie sich Zeit für das Essen.

*Um das passende Produkt für Ihre Bedürfnisse zu finden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater.

Hilfreiche Tipps für den Alltag mit einer Schluckstörung

 Die Ernährung bietet einen guten Ansatzpunkt, aktiv den eigenen Gesundheitszustand – oder auch den Ihres Angehörigen – zu verbessern. Hier finden Sie hilfreiche Tipps, wie Sie dies im Alltag umsetzen können. Bitte sprechen Sie vorher alle Maßnahmen mit Ihrem Arzt, einem Logopäden oder einem Ernährungsberater ab.

 

Tipp: Flüssigkeiten mit geschmacksneutralem Pulver andicken

Wenn Sie Flüssigkeiten andicken möchten, um sie besser schlucken zu können, verwenden Sie doch einmal Andickungspulver. Das Thick & Easy Andickungspulver enthält Stärke und Maltodextrin, erhöht also auch Ihre Energiezufuhr. Das Pulver bindet die Flüssigkeit und gibt sie im Körper auch wieder ab. Sie haben also keine Flüssigkeitsverluste. Unser Andickungspulver ist auch in der Variante „Clear“ erhältlich und verfärbt die Nahrung nach Anwendung nicht, sodass die Anwendung des Pulvers optisch nicht wahrgenommen wird und der Appetit nicht beeinflusst wird. Die Zubereitung geht schnell und einfach. Das Pulver ist auch in warmen Speisen anwendbar und bleibt nach dem Erwärmen stabil. Durch die cremige Konsistenz, die Sie mit Andickungspulver erzielen können, bleibt die Nahrung länger auf der Zunge. Das spricht Ihre Geschmacksnerven besser an, kann aber auch dazu führen, dass bittere Speisen und Getränke Ihnen zu intensiv schmecken. Mit etwas Zucker können Sie gegensteuern.

 

Ist eine Schluckstörung heilbar?

Schluckbeschwerden können geheilt oder zumindest so verbessert werden, dass Sie mit wenigen Einschränkungen gut damit leben können. Dafür ist es aber ganz wichtig, dass Sie frühzeitig mit einer Therapie beginnen und für ausreichend Nährstoffe sorgen. Eine Schlucktherapie wird meist von einem Logopäden durchgeführt. Dabei wird mit gezielten Reizen, z. B. Kälte oder Berührung, versucht, den Schluckreflex auszulösen. Auch Muskeltraining, Zungen- und Sprechübungen gehören zum Programm. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Eine gute Unterstützung ist auch eine früh begonnene Ernährungstherapie. Zu Beginn ist oft eine Sondenernährung erforderlich, um genügend Nährstoffe zu bekommen. Je nach Schluckfähigkeit ist auch eine Trinknahrung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält, sehr empfehlenswert. Lassen Sie sich wegen einer Ernährungstherapie am besten von Ihrem Arzt beraten.

 

Welche Vorteile bringt die Ernährungstherapie bei Kau- und Schluckbeschwerden?

Die frühzeitige Ernährungstherapie ist bei Schluckbeschwerden ganz wichtig: Sie liefert Ihnen von Beginn an alle Nährstoffe, die Sie benötigen. Dadurch kommen Sie schneller auf die Beine und die Schluckfunktion kann sich verbessern. Ist die Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung z. B. durch eine Sondenernährung gewährleistet, können Sie sich in Ruhe und ohne den Stress, ausreichend essen und trinken zu müssen, auf das Schlucktraining konzentrieren. Schlucken und Nährstoffversorgung hängen eng zusammen. Die Ernährungstherapie ist also eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Schlucktherapie.