Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung können die Nahrungsaufnahme erschweren. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Geschmacksveränderungen, Beschwerden im Mund- und Rachenbereich oder Verdauungsprobleme können dazu führen, dass weniger gegessen wird.1 Wird der Körper über längere Zeit nicht ausreichend mit Energie, Eiweiß und weiteren Nährstoffen versorgt, kann eine Mangelernährung entstehen.2

 

Was bedeutet Mangelernährung bei Krebs?

Mangelernährung bedeutet, dass der Körper nicht ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt wird. Bei einer Krebserkrankung kann dies durch eine verminderte Nahrungsaufnahme, Beschwerden infolge der Erkrankung oder Nebenwirkungen der Behandlung begünstigt werden. Der Schwerpunkt liegt auf einer unzureichenden Aufnahme beziehungsweise Verfügbarkeit von Energie und Nährstoffen.3

Kurz erklärt: Auch Menschen, die vor der Erkrankung normal- oder übergewichtig waren, können im Verlauf Gewicht und Muskelmasse verlieren. Entscheidend sind Veränderungen – also der Gewichtsverlust - im Zeitverlauf, nicht nur ein einzelner Gewichtswert.

Welche Beschwerden können eine Mangelernährung begünstigen?

Krebs und Krebstherapien können die Nahrungsaufnahme auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Die Beschwerden sind individuell und sollten gezielt mit dem Behandlungsteam besprochen werden.1
 
  • Appetitlosigkeit oder frühes Sättigungsgefühl
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • veränderter Geschmacks- oder Geruchssinn
  • Entzündungen der Schleimhäute sowie Schmerzen beim Kauen oder Schlucken
  • Mundtrockenheit
  • Durchfall, Verstopfung oder andere Verdauungsprobleme
  • Müdigkeit, Erschöpfung oder fehlende Kraft für Einkauf und Zubereitung
  • psychische Belastung oder depressive Beschwerden
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Welche Anzeichen können auf Mangelernährung bei Krebs hinweisen?

Mangelernährung kann sich schleichend entwickeln. Veränderungen sollten daher möglichst früh wahrgenommen und angesprochen werden.2

  • ungewollter Gewichtsverlust über Wochen oder Monate 
  • Kleidung sitzt deutlich lockerer 
  • weniger Appetit oder deutlich kleinere Portionen 
  • Mahlzeiten werden häufig ausgelassen 
  • Müdigkeit, Schwäche oder geringere Belastbarkeit 
  • nachlassende Muskelkraft 
  • Essen und Trinken fallen wegen Beschwerden zunehmend schwer

Wichtig: Ungewollter Gewichtsverlust sollte mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft besprochen werden. Eine fachliche Einschätzung ersetzt die Selbstdiagnose. 

Welche Folgen kann Mangelernährung bei Krebs haben?

Wenn über längere Zeit zu wenig Energie und Eiweiß aufgenommen werden, kann der Körper Gewicht, und Muskelmasse verlieren, das wirkt sich auf körperliche Funktionen aus.2 Die S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“ verfolgt ausdrücklich das Ziel, Mangelernährung und ihren Folgen für Prognose und Lebensqualität entgegenzuwirken.3
 
  • Abnahme von Körpergewicht und Muskelmasse
  • weniger Kraft und körperliche Belastbarkeit
  • mehr Müdigkeit und Erschöpfung
  • Beeinträchtigung von Alltagsaktivitäten und Selbstständigkeit
  • zusätzliche Belastung der Lebensqualität
  • weitere Verschlechterung des Ernährungszustands

Was können Betroffene frühzeitig tun?

Bei Veränderungen von Gewicht, Appetit oder Essmenge ist frühes Ansprechen wichtig. Die aktuelle S3-Leitlinie soll die interdisziplinäre und multiprofessionelle ernährungstherapeutische Versorgung von Menschen mit einer onkologischen Erkrankung unterstützen.3

  • Gewicht regelmäßig unter vergleichbaren Bedingungen dokumentieren
  • Mahlzeiten in kleinere, häufigere Portionen aufteilen, wenn dies besser gelingt
  • bei Kau-, Schluck- oder Schleimhautbeschwerden früh Unterstützung anfordern
  • keine restriktiven Krebsdiäten ohne Rücksprache beginnen
  • ärztliche Beratung oder qualifizierte Ernährungstherapie nutzen

Fresubin Ernährungstagebuch

Dateiname
Fresubin-Ernährungstagebuch.pdf
Größe
917 KB
Format
pdf

 

Wann kann medizinische Trinknahrung infrage kommen?

Wenn die normale Ernährung trotz Anpassungen nicht ausreicht, kann medizinische Trinknahrung als ergänzende Ernährungsmaßnahme erwogen werden. Ob sie geeignet ist, sollte individuell mit dem Behandlungsteam oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beurteilt werden.3

 

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Häufige Fragen zu Mangelernährung bei Krebs

Mangelernährung bedeutet, dass der Körper nicht ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt wird. Bei Krebs können geringere Nahrungsaufnahme, Beschwerden und Behandlungsfolgen dazu beitragen.1,2

Mögliche Hinweise sind ungewollter Gewichtsverlust, weniger Appetit, kleinere Essensmengen, Müdigkeit, Schwäche und nachlassende Muskelkraft.

Ungewollter Gewichtsverlust sollte nicht als unvermeidlich angesehen, sondern frühzeitig mit dem Behandlungsteam besprochen werden.

Ja. Ein höheres Ausgangsgewicht schließt eine unzureichende Energie- und Nährstoffversorgung oder einen Verlust an Muskelmasse nicht aus.

Dazu gehören unter anderem Appetitlosigkeit, Übelkeit, Geschmacksveränderungen, Schleimhautentzündungen, Kau- oder Schluckbeschwerden sowie Durchfall oder Verstopfung.¹

Kleinere, häufigere und nährstoffreiche Mahlzeiten können praktikabel sein. Anhaltender Appetitverlust sollte fachlich abgeklärt werden.

Frühzeitig, sobald Gewicht ungewollt sinkt, deutlich weniger gegessen wird oder Beschwerden die Nahrungsaufnahme erschweren.

Sie kann ergänzend erwogen werden, wenn die normale Ernährung den Bedarf nicht ausreichend deckt. Die Anwendung sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.³

1 Milliron BJ, Packel L, Dychtwald D et al. When Eating Becomes Torturous: Understanding Nutrition-Related Cancer Treatment Side Effects among Individuals with Cancer and Their Caregivers. Nutrients. 2022;14.

2 Bruggeman AR, Kamal AH, LeBlanc TW et al. Cancer Cachexia: Beyond Weight Loss. J Oncol Pract. 2016;12:1163-1171.

3 Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie, Version 1.0, Januar 2026, AWMF-Registernummer 073-006OL.