Essen und Trinken gehören zu den selbstverständlichsten Dingen im Alltag. Für Menschen mit Schluckstörungen (Dysphagie) können Mahlzeiten jedoch zur Herausforderung werden. Häufiges Verschlucken, Husten beim Essen oder Schwierigkeiten beim Schlucken können dazu führen, dass Betroffene bestimmte Speisen und Getränke meiden. 1,2

Mit der richtigen Unterstützung, einer angepassten Konsistenz von Speisen und Getränken sowie geeigneten Ernährungslösungen lassen sich viele Mahlzeiten wieder sicherer und angenehmer gestalten. 1,2

 

Dysphagie verstehen

Unter Dysphagie versteht man Schluckbeschwerden, wie beispielsweise das Verschlucken von Speisen oder Getränken, Husten während oder nach dem Schlucken sowie Schwierigkeiten, die Nahrung im Mund zu bewegen. Wenn das Schlucken nicht sicher oder effektiv ist, kann das Essen und Trinken zu einer Belastung werden; mit der richtigen Unterstützung lässt sich dies jedoch bewältigen. 1,2

Sollten Sie diese Symptome bei sich feststellen, ist es wichtig, umgehend mit einer medizinischen Fachkraft zu sprechen.

Warum Dysphagie von Bedeutung ist: 55 % der älteren Menschen mit Dysphagie sind von Unterernährung bedroht.

Schluckbeschwerden oder Dysphagie?

Schluckbeschwerden treten häufig vorübergehend auf, zum Beispiel bei Infekten oder Entzündungen im Halsbereich. Das Schlucken kann dann unangenehm oder schmerzhaft sein, der Schluckvorgang selbst ist jedoch meist weiterhin möglich. Eine Schluckstörung, medizinisch Dysphagie genannt, betrifft dagegen den eigentlichen Schluckvorgang: Nahrung oder Flüssigkeit können nicht mehr sicher oder ausreichend effektiv vom Mund über den Rachen in Richtung Magen transportiert werden. 1,2

Bleibt eine Dysphagie länger bestehen, kann sie die tägliche Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme erschweren. Betroffene essen oder trinken unter Umständen weniger, vermeiden bestimmte Speisen oder verlieren ungewollt an Gewicht. Deshalb sollten anhaltende Beschwerden wie häufiges Verschlucken, Husten beim Essen und Trinken oder Schmerzen beim Schlucken frühzeitig medizinisch abgeklärt werden. 1-3



Symptome erkennen

Woran erkennt man eine Schluckstörung?

Die Anzeichen einer Schluckstörung können während oder nach dem Essen und Trinken auftreten. Besonders häufig werden Husten, Räuspern, eine veränderte Stimme nach dem Schlucken oder das Gefühl beschrieben, dass Nahrung im Hals stecken bleibt. Wenn solche Beschwerden regelmäßig vorkommen, sollte medizinischer Rat eingeholt werden, da Dysphagie Auswirkungen auf die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme haben kann. 1,2

Eine Schluckstörung kann sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen:

  • Häufiges Verschlucken
  • Husten beim Essen oder Trinken
  • Räuspern nach dem Schlucken
  • Belegte Stimme nach Mahlzeiten
  • Gefühl eines „Klosses im Hals“
  • Nahrung scheint im Hals oder Brustbereich stecken zu bleiben1,2

Weniger offensichtliche Anzeichen einer Dysphagie:

  • Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten
  • Probleme mit fester, krümeliger oder faseriger Nahrung
  • Probleme beim Kauen
  • Mundtrockenheit
  • Nahrung bleibt am Gaumen kleben
  • Speisereste verbleiben in der Wange
  • Viel Flüssigkeit wird benötigt, um einen Bissen zu schlucken
  • Anstrengung bei Mahlzeiten
  • Gewichtsabnahme in letzter Zeit
  • Vermeidung von Essen in Gesellschaft1-3

Eine Dysphagie kann sich auch indirekt bemerkbar machen. Wenn Betroffene weniger essen oder trinken, Mahlzeiten als anstrengend empfinden oder bestimmte Speisen vermeiden, kann dies langfristig die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme beeinträchtigen. Auch eine ungewollte Gewichtsabnahme oder Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sollten deshalb ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden.2,3

Treten solche Symptome regelmäßig auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. 1,2



Mögliche Ursachen von Schluckstörungen

Schlucken ist ein komplexer Vorgang, der vom Gehirn gesteuert wird und mehrere Muskelgruppen im Mund-, Rachen- und Speiseröhrenbereich einbezieht. Wird diese Steuerung gestört oder ist die Beweglichkeit von Lippen, Zunge, Kiefer, Gaumensegel, Rachen oder Kehlkopf eingeschränkt, kann eine Dysphagie entstehen. Häufig sind neurologische Erkrankungen oder Schädigungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, dafür verantwortlich. 1-3

Schluckstörungen treten häufig bei Erkrankungen auf, die im Zusammenhang mit der neuronalen Ansteuerung, der am Schluckvorgang beteiligten Muskelgruppen stehen. Diese können aber verschiedene Ursachen haben. Beispiele sind:

  • Schlaganfall
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Demenz
  • Kopf-Hals-Tumoren
  • Erkrankungen der Speiseröhre³

Mit zunehmendem Alter können Veränderungen an Muskulatur, Zähnen, Speichelbildung und Mundsensorik das Kauen und Schlucken erschweren. Wenn Muskelkraft und Koordination im Mund- und Rachenraum nachlassen oder Mundtrockenheit auftritt, kann Nahrung schlechter transportiert werden. Deshalb kommen Schluckstörungen im höheren Lebensalter häufiger vor und sollten bei wiederkehrenden Beschwerden medizinisch abgeklärt werden.³

Für die Wahl der geeigneten Ernährung und Konsistenz ist es wichtig, die individuelle Situation durch medizinisches Fachpersonal beurteilen zu lassen. 1,2



Mögliche Folgen einer Schluckstörung

Bei einer Dysphagie können Speisen oder Flüssigkeiten nicht immer sicher kontrolliert und geschluckt werden. Bleiben Nahrungsreste im Mund oder Rachen zurück oder gelangen sie in die Atemwege, kann das Risiko für Atemwegsinfektionen oder eine Lungenentzündung steigen. Gleichzeitig essen und trinken Betroffene mitunter weniger aus Angst vor dem Verschlucken – mögliche Folgen sind Dehydratation, Mangelernährung und ungewollter Gewichtsverlust.2,3



Sicher essen und trinken trotz Dysphagie

Die richtige Konsistenz kann unterstützen

Je nach Ausprägung einer Schluckstörung können bestimmte Konsistenzen leichter geschluckt werden als andere. Deshalb werden Speisen und Getränke häufig individuell angepasst.⁴ 

Praktische Alltagstipps

  • Nehmen Sie Mahlzeiten in einer ruhigen Umgebung ein.
  • Essen und trinken Sie langsam.
  • Bevorzugen Sie kleinere Portionen und Schlucke.
  • Sitzen Sie während der Mahlzeit möglichst aufrecht.
  • Stimmen Sie die Konsistenz von Speisen und Getränken mit Ihrem Behandlungsteam ab.1,2,4
Eine lächelnde Frau, die ein Glas mit einem hellgrünen Getränk in der Hand hält, erklärt: „Ich habe Mahlzeiten gemieden, weil ich Angst hatte, mich zu verschlucken. Dünnflüssige Getränke lösten bei mir Husten aus. Mit Unterstützung des Gesundheitspersonals habe ich gelernt, welche Konsistenzen für mich geeignet sind – leicht verdickte Getränke waren sicherer.“

Angedickte Getränke und Speisen

Für viele Menschen mit Dysphagie können angedickte Speisen oder Getränke leichter kontrollierbar sein als dünnflüssige Flüssigkeiten. Spezielle Andickungsmittel ermöglichen eine individuelle Anpassung der Konsistenz.⁴ 

Leichte Schluckstörung

Bei leichten Beschwerden beginnen Sie mit weicher Kost, wie Weißbrot, Brot ohne Rinde, weiches Gemüse oder Nudeln. Wenn Sie diese gut essen können, folgt überwiegend feste Kost, bis Sie wieder alles außer Körnern, Kruste und Fasern essen können.

Mittelschwere Schluckstörung

Versuchen Sie hier pürierte dünnbreiige Kost, wie bespielsweise Cremesuppen, Fruchtbrei oder angedickte Getränke zu sich zu nehmen. 

Schwere Schluckstörung

Schwere Schluckstörungen erfordern eine breiige, passierte Kost, wie angedickte Suppen, süße Nachspeisen wie Pudding, Joghurt oder Eis, die dann durch dickbreiige abgelöst werden kann. 


Produkte bei Schluckstörungen

Ernährungslösungen für besondere Anforderungen

Für Patientinnen und Patienten mit Schluckstörungen gibt es spezielle Produkte und Ernährungslösungen, die dabei unterstützen können, Speisen und Getränke an die individuell empfohlene Konsistenz anzupassen. Entdecken Sie unsere Übersicht geeigneter Fresubin® Produkte:

Das Fresubin-Sortiment für Patienten mit Schluckbeschwerden ist in verschiedenen Formaten erhältlich, darunter der Speisendickmacher „Thick&Easy Clear“, die „Fresubin 2KCAL Crème“ mit Pralinen-Geschmack und das verdickte Getränk „Fresubin“ mit Vanille-Geschmack der Stufe 2.

Ernährung bei Dysphagie

Erfahren Sie mehr über die möglichen Folgen einer unzureichenden Nährstoffversorgung und weshalb Menschen mit Schluckstörungen ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung haben können.2,3

Eine Dame, die eine violette Tasse in der Hand hält, genießt in ihrer Küche ein mit Vanille aromatisiertes Fresubin-Verdickungsgetränk der Stufe 2 als Teil ihrer täglichen Nahrungsaufnahme und zur Behandlung ihrer Dysphagie.

Mangelernährung

Erfahren Sie mehr über die möglichen Folgen einer unzureichenden Nährstoffversorgung und weshalb Menschen mit Schluckstörungen ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung haben können.2,3

Kraft der Ernährung

Entdecken Sie die Bedeutung einer bedarfsgerechten Ernährung und warum Energie, Eiweiß und weitere Nährstoffe eine wichtige Rolle spielen können.

 


Hilfreiche Downloads und Materialien

Patientenbroschüre: Wenn Schlucken zum Problem wird

Die Broschüre enthält Informationen zu:

  • Schluckstörungen verstehen
  • Warnzeichen erkennen
  • Ernährung bei Dysphagie
  • Alltagstipps
  • Übungen und Hilfestellungen
  • Geeigneten Kostformen

Patientenbroschüre zum Download

Dateiname
Patientenbroschuere_Dysphagie.pdf
Größe
697 KB
Format
pdf
Hier herunterladen

Rezeptbroschüre Thick & Easy™

Praktische Rezeptideen und Tipps zur Konsistenzanpassung von Speisen und Getränken. 

Rezeptbroschüre zum Download

Dateiname
Rezeptbroschüre_ThickandEasy_11-2024_WEB.pdf
Größe
1 MB
Format
pdf

Anwendungsvideo

Erfahren Sie, wie Getränke und Speisen einfach an die empfohlene Konsistenz angepasst werden können.


Häufige Fragen zu Schluckstörungen 

 

Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs, bei der Nahrung oder Flüssigkeiten nicht mehr sicher oder effektiv geschluckt werden können.1,2

Typische Anzeichen sind Verschlucken, Husten beim Essen oder Trinken, Räuspern nach dem Schlucken und das Gefühl, dass Nahrung im Hals stecken bleibt. 

Je nach Art der Schluckstörung können angedickte Getränke leichter kontrolliert und geschluckt werden als dünnflüssige Getränke. 

Ja. Viele Betroffene vermeiden bestimmte Speisen oder trinken weniger, weil Mahlzeiten als belastend empfunden werden können. 

Eine Schluckstörung kann je nach Ursache und Ausprägung behandelt und in vielen Fällen verbessert werden. Wichtig sind eine frühzeitige medizinische Abklärung, eine geeignete Schlucktherapie und eine an die Schluckfähigkeit angepasste Ernährung.1-3

Je nach individueller Situation können angedickte Trinknahrung, Andickungspulver oder weitere konsistenzangepasste Ernährungslösungen eingesetzt werden.


1 Ulbricht K. Schluckstörungen im Alter – Presby(dys)phagie. Arzneiverordnung in der Praxis. 2019;46:135–142.

2 McGinnis CM, Homan K, Solomon M et al. Dysphagia: Interprofessional Management, Impact, and Patient-Centered Care. Nutr Clin Pract. 2019;34:80–95.

3 Rofes L, Arreola V, Almirall J et al. Diagnosis and management of oropharyngeal Dysphagia and its nutritional and respiratory complications in the elderly. Gastroenterol Res Pract. 2011;2011:1–13.

4 IDDSI  - International Dysphagia Diet Standardisation Initiative (IDDSI). IDDSI Framework.www.iddsi.org

5 Thibault R, Abbasoglu O, Ioannou E et al. ESPEN guideline on hospital nutrition. Clin Nutr. 2021;40:5684–5709