Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung können Appetit, Geschmack, Verdauung sowie das Kauen und Schlucken beeinflussen.1 Dadurch kann es schwerer werden, ausreichend Energie, Eiweiß und weitere Nährstoffe aufzunehmen. Eine individuell angepasste Ernährungstherapie kann helfen, die Versorgung gezielt zu unterstützen.2

 

Warum ist Ernährung während einer Krebsbehandlung wichtig? 

Ziel der ernährungsmedizinischen Versorgung ist es, eine an den Bedarf angepasste Ernährung zu ermöglichen um einer Mangelernährung entgegenzuwirken.2

Kurz erklärt: Es gibt keine allgemein für alle passende Ernährungsform. Entscheidend ist eine Ernährung, die zur individuellen Behandlung, zu den Beschwerden und zum aktuellen Ernährungszustand passt. 


Praktische Ernährungstipps während der Krebsbehandlung

Was gut vertragen wird, kann sich im Verlauf der Behandlung verändern. Kleine, flexible Anpassungen können den Alltag erleichtern.1

  • kleinere Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten über den Tag verteilen 
  • in Phasen mit mehr Appetit bevorzugt essen und gut verträgliche Lebensmittel bereithalten 
  • Speisen auswählen, die angenehm riechen und schmecken 
  • nahrhafte Getränke ergänzen, wenn feste Speisen schwerfallen 
  • für eine ruhige, angenehme Esssituation sorgen 
  • bei Einkauf und Zubereitung Unterstützung annehmen
  • Gewicht, Appetit, Essmengen und Beschwerden dokumentieren

Fresubin Ernährungstagebuch

Dateiname
Fresubin-Ernährungstagebuch.pdf
Größe
917 KB
Format
pdf

Was kann bei ernährungsrelevanten Beschwerden helfen?

Nebenwirkungen und Beschwerden können die Nahrungsaufnahme deutlich erschweren. Dazu zählen unter anderem Appetitlosigkeit, Übelkeit, Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, Schleimhautentzündungen sowie Kau- und Schluckbeschwerden.1

 

  • bei Übelkeit Gerüche und Speisen meiden, die Beschwerden verstärken 
  • bei Geschmacksveränderungen unterschiedliche Temperaturen, Konsistenzen und milde Würzungen ausprobieren 
  • bei trockenem oder empfindlichem Mund weiche und gut gleitende Speisen wählen 
  • bei Kau- oder Schluckbeschwerden die Konsistenz nach fachlicher Empfehlung anpassen 
  • bei Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen früh das Behandlungsteam informieren 
  • keine Nahrungsergänzungsmittel oder restriktiven Krebsdiäten ohne Rücksprache beginnen 

 

Warum sind Energie und Eiweiß bei Krebs wichtig? 

Eine ausreichende Versorgung mit Energie und Protein ist Bestandteil der klinischen Ernährung. Bei zu geringer Aufnahme kann der Körper Gewicht und Muskelmasse verlieren.2 Welche Mengen individuell benötigt werden, hängt unter anderem von Ernährungszustand, Erkrankung und Behandlung ab und sollte fachlich beurteilt werden.2

 

  • Eiweißquellen regelmäßig über den Tag einplanen 
  • bei kleinen Portionen Lebensmittel mit hoher Energie- und Nährstoffdichte bevorzugen 
  • Mahlzeiten bei Bedarf professionell anreichern lassen 
  • Flüssigkeitszufuhr und mögliche Verluste durch Erbrechen oder Durchfall beachten 

Wann kann medizinische Trinknahrung infrage kommen?

Wenn die normale Ernährung trotz Anpassungen den Energie- und Nährstoffbedarf nicht ausreichend deckt, kann medizinische Trinknahrung als ergänzende Ernährungsmaßnahme erwogen werden. Die Auswahl sollte individuell und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.2


Häufige Fragen zur Ernährung bei Krebs

Erkrankung und Behandlung können Appetit, Geschmack, Verdauung sowie den Mund- und Rachenbereich beeinflussen. Auch Müdigkeit kann Einkauf, Zubereitung und Essen erschweren.¹ 

Eine allgemeingültige Krebsdiät gibt es nicht. Die Ernährung sollte individuell zum Ernährungszustand, zur Behandlung und zu bestehenden Beschwerden passen.² 

Kleine, häufige Mahlzeiten, gut verträgliche Lieblingsspeisen und nahrhafte Getränke können alltagstauglich sein. Anhaltende Appetitlosigkeit sollte früh angesprochen werden. 

Eiweiß ist Bestandteil einer bedarfsgerechten Ernährung und trägt zur Versorgung des Körpers bei. Der individuelle Bedarf sollte bei Ernährungsproblemen fachlich beurteilt werden.² 

Verträglichkeit und Geschmack sind individuell. Unterschiedliche Temperaturen, Konsistenzen und milde Würzungen können ausprobiert werden. Bei anhaltenden Problemen ist Ernährungsberatung sinnvoll. 

Bei ungewolltem Gewichtsverlust, deutlich geringerer Essmenge, anhaltender Appetitlosigkeit sowie Kau-, Schluck- oder Verdauungsbeschwerden sollte frühzeitig Unterstützung gesucht werden. 

Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht ohne Rücksprache eingenommen werden, da die individuelle Behandlung berücksichtigt werden muss. 

Trinknahrung kann ergänzend infrage kommen, wenn normale Lebensmittel den Bedarf nicht ausreichend decken. Sie sollte unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.²



1 Milliron BJ, Packel L, Dychtwald D et al. When Eating Becomes Torturous: Understanding Nutrition-Related Cancer Treatment Side Effects among Individuals with Cancer and Their Caregivers. Nutrients. 2022;14.

2 Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie, Version 1.0, Januar 2026, AWMF-Registernummer 073-006OL.