- Malabsorption
Malabsorption - Wenn der Darm Nährstoffe nicht richtig aufnimmt
Wenn Sie trotz ausgewogener Ernährung von Verdauungsbeschwerden und Gewichtsverlust betroffen sind, kann eine Malabsorption vorliegen. Was auf diese Erkrankung hindeutet, wie die Diagnose gestellt wird und mit welcher Ernährung eine hohe Lebensqualität erhalten bleibt, erfahren Sie hier.
Malabsorption:
- Nährstoffe werden im Darm nicht oder nicht vollständig aufgenommen.
- Die Aufnahme oder der Transport von Nährstoffen ins Blut ist dadurch beeinträchtigt.
- Es kommt zu Verdauungsstörungen und langfristig zu Mangelernährung.
Maldigestion:
- Die Aufspaltung der Nahrung in Nährstoffe ist beeinträchtigt.
- In Folge stehen dem Körper auch hier nicht ausreichend Nährstoffe zur Verfügung.
- Es kommt zu Verdauungsstörungen und Nährstoffmangel.
Da sich sowohl Maldigestion wie Malabsorption mit Störungen der Verdauungsfunktion bemerkbar machen, ist der Effekt für den Körper der gleiche: Die mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe gelangen nicht ins Blut. So kommt es auch bei der Maldigestion zu einer Mangelernährung.
Ursachen einer Malabsorption
Da der Verdauungsprozess sehr komplex ist, kann die Ursache für die eingeschränkte Funktion des Darms an verschiedenen Vorgängen im Körper liegen. Typische Ursachen sind:
- Wachstum falscher Bakterien im Dünndarm, z. B. bei Dünndarmfehlbesiedlung
- Befall des Darms durch Parasiten
- Akute Magen-Darm-Infektion durch Viren oder Bakterien
- Verletzungen des Darms, z. B. durch übermäßigen Alkohol- oder Drogenkonsum
- Verminderte Produktion von Verdauungsenzymen, z. B. Laktase bei Laktoseintoleranz (Maldigestion)
- Lebererkrankung mit Gelbsucht oder andere Leberschädigungen (Maldigestion)
- Schädigung der Dünndarmschleimhaut, z.B. bei Zöliakie und Morbus Crohn
- Erkrankungen, die den Fluss der Lymphflüssigkeit beeinträchtigen, so dass Fette nicht ins Blut aufgenommen werden können
- Mukoviszidose
- Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse (Maldigestion)
- Nach einer Behandlung mit bestimmten Medikamenten oder einer Strahlentherapie
- Wenn ein großer Teil des Dünndarms operativ entfernt wurde
- Wenn ein Teil des Magens chirurgisch entfernt wurde und in Folge die Nahrung nicht ausreichend mit Verdauungsenzymen oder Magensäure vermischt wird (Maldigestion)
Je nach Ursache können nur bestimmte Nährstoffe von der Malabsorption betroffen sein:
- Fettmalabsorption mit verminderter Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E und K)
- Kohlenhydratmalabsorption, bei der Mehrfachzucker (Stärke), Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose) im Dünndarm nicht aufgenommen werden
- Eiweißmalabsorption, bei der Eiweiß (Protein) nicht richtig verdaut werden kann
Folgen einer Malabsorption
Besteht die Malabsorption unbehandelt über einen längeren Zeitraum, kann das zu einer Mangelernährung führen. Die verminderte Nährstoffaufnahme zeigen sich dann etwa durch:
- Gewichtsverlust trotz ausreichender Nahrungszufuhr
- Anfälligkeit für Infektionen
- Austrocknung durch starke Durchfälle
- Reizbarkeit
- Leichte Blutergüsse
- Ausbleiben der Regelblutung bei Frauen
- Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern mit Skelettverformungen.
Je nachdem, welcher Nährstoff fehlt, hat die Mangelernährung unterschiedliche Auswirkungen, z. B.:
- Müdigkeit und Schwäche bei Blutarmut (Anämie) durch Vitamin-, Folsäure- und Eisenmangel
- Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme),
- Hautveränderungen und Ekzeme mit trockener Haut und Haarausfall durch Eiweißmangel
- Neurologische Symptome: Wie Taubheitsgefühl, Kribbeln in Händen und Füßen (periphere Neuropathie), oder kognitive Beeinträchtigungen, verursacht durch Mangel an Vitamin B12 oder anderen Nährstoffen.
- Muskelschwäche und Krämpfe: Durch Mangel an Magnesium, Kalium oder Vitamin D.
- Blutungsneigung wegen Vitamin-K-Mangel, der für die Blutgerinnung notwendig ist.
- Knochenschmerzen und -schwäche wegen Mangel an Kalzium, Vitamin D oder Vitamin K mit erhöhter Bruchgefahr (Osteopenie oder Osteoporose).
Diagnose der Malabsorption
- Beurteilung der Vorgeschichte und Symptome durch eine Ärztin oder einen Arzt
Die typischen Symptome wie chronischer Durchfall, Gasbildung im Darm, Gewichtsverlust, Blutarmut und Nährstoffmangel geben Hinweis auf eine Fehlfunktion der Verdauung. Diese ist bei Kindern und jüngeren Menschen meist offensichtlicher als bei älteren Menschen, die von Vorerkrankungen betroffen sein können oder Medikamente einnehmen, die ähnliche Symptome auslösen. Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch kann bei der Einschätzung helfen. - Laboruntersuchungen zur Bestätigung die Diagnose
Labortests bestätigen den Verdacht: Der Stuhl wird auf pankreatische Elastase, Fettgehalt und optische Auffälligkeiten untersucht. Wird bei einer Stuhlprobe an 3 Tagen mehr als 7 Gramm Fett pro Tag gefunden, gilt dies als eine Bestätigung der Malabsorption. Parasiten oder Eier können ggf. unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden. Bluttests weisen auf Nährstoffmängel hin. - Weitere Untersuchungen wie bildgebende Verfahren, Biopsie oder Funktionstests der Bauchspeicheldrüse
Bestätigt sich ein Malabsorptionssyndrom, wird nach der Ursache gesucht. Bei einer Biopsie wird Gewebe aus der Dünndarmschleimhaut entnommen und auf Auffälligkeiten untersucht. Die Videokapselendoskopie, Computertomografie und Barium-Röntgen sind bildgebende Verfahren, die Krankheitsanzeichen der Verdauungsorgane sichtbar machen.
Ob die Bauchspeicheldrüse ausreichend Verdauungsenzyme produziert und also eine Maldigestion vorliegen könnte, kann durch entsprechende Tests geklärt werden.
- Wasserstoff-Atemtests, z. B. bei Laktoseintoleranz oder bakterieller Überbesiedelung: Beim Abbau von Kohlenhydraten (Zuckern) durch Bakterien entstehen Wasserstoff und Methan, die beim Ausatmen freigesetzt werden.
- Kultivierung von Verdauungsbakterien
Malabsorption: Behandlung
Da die Ursachen der Beschwerden sehr unterschiedlich sein können, ist auch die Behandlung von Fall zu Fall verschieden. Es kommt also darauf an, was hinter den Symptomen steckt.
Wichtig ist aber: Um einer Mangelernährung und Austrocknung vorzubeugen, müssen Sie Ihren Flüssigkeits- und Nährstoffhaushalt ausgleichen. Für die meisten langfristig Betroffenen ist es daher sinnvoll, gemeinsam mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine geeignete Diät auszuarbeiten.
- Meiden Sie Zuckeraustauschstoffe und möglicherweise auch Milchzucker und wählen Sie stattdessen Rohrzucker oder Einfachzucker wie Traubenzucker oder Fruchtzucker in Maßen.
- Essen Sie mindestens 5 kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten pro Tag und kauen Sie gründlich, denn das entlastet den Darm.
- Gehen Sie sparsam mit Fett um, insbesondere bei Fettverdauungsstörungen. Bereiten Sie Ihre Speisen z. B. durch Dünsten, Dämpfen oder Kochen in Wasser zu und verzichten Sie auf schwer verdauliche, kurz gebratene Fisch- und Fleischgerichte.
Diese Produkte sind besonders bei Malabsorption geeignet*
Trinknahrung bietet Betroffenen den Vorteil, neben der enthaltenen Energie auch alle lebensnotwendigen Nährstoffe zuzuführen und dabei gleichzeitig leicht verzehrbar und gut verdaulich zu sein. Besonders geeignet bei Malabsorption sind die Fresubin Trinknahrung ProvideXtra Drink und der Survimed OPD Drink.
*Um das passende Produkt für Ihre Bedürfnisse zu finden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Ernährungsberater.